Ende 2020

Das technische Gutachten zum Weiterbetrieb (BPW) hat der Anlage eine Lebensdauer bis 2024 bescheinigt. Laut Hersteller ist der Turm auf 80 Jahre ausgelegt.

Am 01.01.2021 endet die EEG-Zulage, so wie für alle anderen Anlagen, die vor 2000 ans Netz gegangen sind. Ein Repowering scheiterte an ähnlichen Gründen wie der Neubau im Rest des Landes.
Bisher eingegangene Angebote für die Post-EEG-Zeit liegen ca. 20% unter der Strombörse. Praktisch bedeutet das für uns, dass wir die normalen Wartungen weiterhin durchführen können, bei der nächsten größeren Reparatur die gebotene Wirtschaftlichkeit aber nur noch die Stilllegung zulässt.

Die Anlage muss dann zurückgebaut werden. Entsprechende Rücklagen wurden gebildet. Die notwendigen Kosten sind überschaubar und betragen ca. 0,21 Cent pro kWh. Diese Kalkulation bezieht sich auf 20 mittlere Jahresproduktionen von 1,4 Mio kWh. Tatsächlich arbeitet die Anlage heute aber schon 26 Jahre. Die relativen Kosten sind also wesentlich geringer.

Immerhin kennen wir die Kosten der Entsorgung und haben die Mittel dafür flüssig!

Hätte man eine Lösung für den Atommüll und wüsste man, wie sich die Kosten dafür in den nächsten Jahrtausenden entwickeln, hätte man den Mut, diese Kosten den Verbrauchern in Rechnung zu stellen, wie teuer wäre die Kilowattstunde Atomstrom?

Zurzeit wissen wir nur, dass es die Atomkonzerne geschafft haben, sich von Ihrer Verantwortung freizukaufen:
SPIEGEL ONLINE Atomausstieg: Offenbar Einigung über Kosten für Atommüll-Entsorgung

Wenn man den Klimawandel nicht gerade leugnet, stellt sich die Frage, wie man das CO2 der Kohle- und Gaskraftwerke wieder aus der Atmosphäre bekommt. Auch hierfür gibt es noch keine Lösung und damit keinen Kostenvoranschlag.

Das Umweltbundesamt veranschlagt bei Braunkohlestrom 20,81ct/kWh Umweltschadenskosten. Wir bekommen z.Z. 6ct/kWh ( = Marktwert an der Börse + demnächst wegfallende EEG-Zulage von ca. 2,5ct/kWh).

Fazit: Konventionell erzeugte Energie wird nur billig verkauft. Würde man die Entsorgungskosten und Klimaschäden einpreisen, wäre Windstrom auch ohne EEG-Umlage konkurrenzfähig.

Fundament: Nach dem Rückbau wird eventuell der untere Teil in der Erde bleiben. Für unsere Nachkommen wäre das ähnlich interessant und ungefährlich, wie ein Großsteingrab aus der Steinzeit. Kein Vergleich zu einem Schächtelchen Atommüll.